Landwirtschaftliches Depot
Depot Neschwil
Neues Konsumdepot
Von zwei Bewerbern wurde August Schenkel als neuer Depothalter gewählt. Er baute 1925 eine Liegenschaft mit Konsumladen und Wohnung (Ludetswilerstrasse 18). Für den Laden wurde ihm ein Mietzins von Fr. 450.- zugesprochen. Die Erwartung, mit dem neuen Laden einen höheren Umsatz zu erzielen, erfüllte sich aber nicht. Dazu bemerkte der Präsident an einer ausserordentlichen Versammlung, dass er einen wahren, stärker werdenden Genossenschaftsgeist vermisse. Der Neubau brachte August Schenkel in eine schwierige finanzielle Lage, zudem erfüllte er die geforderte Bürgschaftspflicht nicht. Er verkaufte seine Liegenschaft an eine Händlerfirma, machte aber den Verkauf mit einem Reuegeld von Fr. 1’000.- wieder rückgängig. 1927 kaufte die Genossenschaft seine Liegenschaft für Fr. 29’000.- zwecks langfristiger Sicherstellung des Konsumwarenverkaufs in Neschwil. August Schenkel übernahm weiterhin den Warenverkauf. Der Umsatz stagnierte jedoch im Laufe der Zeit und es gab finanzielle Schwierigkeiten. Auf den 1. Juni 1933 kündigte die Genossenschaft die Anstellung.
Auf eine Ausschreibung der Stelle meldeten sich zwölf Bewerber, in die engere Wahl kamen drei Neschwiler. Gewählt wurde Max Meili, der auch die Wohnung für einen Mietzins von Fr. 350.- übernahm. 1935 brannte es im Depot infolge eines defekten Ofens. An den Schaden leistete die Gebäudeversicherung einen Beitrag von Fr. 1’900.- .
Auf Wunsch des Depothalters Max Meili wurde 1937 eine Garage am Depot angebaut für die Unterbringung seiner Motorspritze und als Vorratskammer (Kosten: Fr. 2’000.-). Der Warenumsatz im Depot Neschwil belief sich im Jahr 1938 auf Fr. 32’967.- , die Depothalterbesoldung betrug Fr. 2’181.- (6.6%). 1939 wurde die Inneneinrichtung des Verkaufslokals umgestaltet mit Kosten von Fr.3’420.- Auch die alte Schiebewaage wurde durch eine Waage mit automatischer Anzeige ersetzt. Im gleichen Jahr übernahm das Depot den Salzverkauf, denn die bisherige Verkaufsstelle in der Milchhütte wurde vom Gesundheitsamt aberkannt. Trotz höherer Warenumsätze ergaben sich weiterhin jährliche Defizite. Nach dem Rücktritt von Depothalter Max Meili übernahm Frau Müller von Buchwil am 1. Januar 1945 die Weiterführung des Ladens. Da Protokolle aus dieser Zeit verschwunden sind, fehlen weitere Angaben, auch zu Umfragen in Neschwil. In den 1950er-Jahren führte Frau Gabathuler das Neschwiler Depot, danach folgte die ehemalige Neschwilerin Hedwig Peter-Winkler, und vom 1. Mai 1969 bis 30. September 1973 die von Neschwil stammende Emmi Damman-Meier.
Es folgten Frau Lehmann und die Neschwilerin Frieda Luginbühl-Heller bis zur Ladenschliessung 1989. Schon vor diesem Zeitpunkt ergaben sich, abgesehen von wenigen Ausnahmen, jährliche Defizite beim Depot Neschwil, zuletzt (1988) Fr. 31’000.- bei einem Umsatz von Fr. 187’000.- . Mehrmals überflutete Hochwasser von der Schulwiese her den Keller des Depots, weil ein Schacht vor dem Schlachthaus zu klein war für die Ableitung extremer Regenfälle.

