Schlachthüsli
Schlachtungen und Notschlachtungen von Vieh erfolgten früher in Scheunen und auf Vorplätzen. Zur Erleichterung der Schlachtungen, sowie zur Verbesserung der hygienischen Verhältnisse beschloss die Zivilgemeinde 1918 den Bau eines Schlachtlokals, das mit dem Bau der Remise neben dem Spritzenhaus kombiniert wurde. Das Bauland für dieses Projekt stellte Heinrich Meili zur Verfügung (350m2 à Fr. 2.- = Fr. 700.-).
Die Erstellungskosten für die Remise und das Schlachtlokal betrugen 13‘200 Franken. Der Wasserbezug für das Schlachtlokal erfolgte durch eine eiserne Leitung des bestehenden kleinen Reservoirs der Brunnengenossenschaft Unterdorf, hinter dem Spritzenhaus. Zur Verbesserung der Druckverhältnisse kam 1924 der Anschluss an das neuerstellte Wasserleitungsnetz der Zivilgemeinde. Für die Einrichtungen im Schlachthaus, wie Aufzug, Rächen, Schragen und Waage bezahlte die Zivilgemeinde 750 Franken an Herrn Züger in Winterthur, diese Einrichtungen stammten aus dem vogteiischen Schlachthaus Winterthur. Die Schlachthausgebühren für Grossvieh wurden auf 4 Franken und Kleinvieh auf 2 Franken festgesetzt. Auswärtige bezahlten das Doppelte.
1938 reichte Metzger Mühlemann von Kollbrunn, als Benützer des Schlachtlokals, ein Gesuch an die Zivilgemeinde ein, für den Einbau eines Kühlschrankes. Dieses Gesuch wurde jedoch abgelehnt. Eine Renovation des Verkaufslokals im Schlachthaus erfolgte im Jahre 1945. Durch die Vorschriften des Kantonalen Veterinäramtes war eine Renovation des Schlachtlokals sowie der Einbau eines Kühlraumes im Jahre 1974 mit Kosten von Fr. 70‘106.- unumgänglich. Mit weiteren Vorschriften verlangte das Veterinäramt die Anschaffung eines Desinfektionsapparates sowie die Einrichtung einer Toilette. Aus Kostengründen beschloss die Zivilgemeinde 1998 den Schlachtbetrieb einzustellen und vermietete das Schlachtlokal.

