Die Bundesfeier
Nach früheren Befragungen der älteren Generation von Neschwil gibt es die Bundesfeier am 1. August auf dem Eggbühl schon seit mehr als 100 Jahren. Seit 1891 grüssen die Höhenfeuer und wecken das Gefühl der Gemeinschaft. Bestätigt wurde dies ebenfalls durch Angaben im Protokoll der Gemeindeschulpflege. Als eigentliche gesamtschweizerische Feier wurde die Bundesfeier erst einige Jahre später durchgeführt.
Die Organisation
Auf Wunsch des Erziehungsrates des Kantons Zürich beschloss die Schulpflege 1891, erstmals gemeinsam am 1. August die Bundesfeier durchzuführen, verbunden jedoch mit einem Jugendfest am 2. August. Gemeinsam fand nur das Jugendfest statt, mit 220 Schülern mit Spiel und Gesang. Zum Abendessen erhielten die Kinder und die SpielführerInnen (Erwachsene) Wurst, Brot und Wein im Wert von 90 Rappen. Die SpielführerInnen kamen zusätzlich in den Genuss von ein paar Litern Wein. Mit einem Konzert beteiligte sich die Musikgesellschaft Kyburg für 36 Franken mit 6 Mann am Jugendfest. Die Bundesfeiern jedoch organisierte jedes Dorf selber, wobei Lendikon mit den Neschwilern gemeinsam auf dem Eggbühl feierten.
Mit der Entstehung der Bundesfeiern erfüllten die Schullehrer mit den Kindern eine wichtige Aufgabe in der Organisation. Waren doch sie anfänglich mit ihren Liedern und Vorträgen die einzigen Aktiven an den Bundesfeiern für die Bevölkerung. Später, im Jahre 1907 unterstützte der Männerchor Neschwil und ab den Jahren 1920 bis 1963 der gemischte Chor Neschwil die Lehrer in der Organisation. Eine grosse Leistung in der Organisation vollbrachte Lehrer Franz Weber, der ab 1933 bis 1975 in der Organisation mit seinen Schülern mitwirkte. Nach dem Untergang des Gemischten Chors 1963 sicherte er mit Helfern das Überleben der Bundesfeier.
Ab 1976 bis 2008 übernahm Karl Meier mit Helfern die Organisation. Nach längerem Suchen konnte René Werren als Nachfolger gefunden werden.
Die Mitwirkenden
Seit 1891 waren anfänglich nur die Lehrer mit den Schülern aktiv an der Feier beteiligt. Später 1907 beteiligte sich auch der neu gegründete Männerchor mit seinen Liedern an den Feiern. Nach der Auflösung des Männerchors entstand 1920 der gemischte Chor, der zusammen mit den Lehrern als Dirigenten, die Bevölkerung mit Liedern und der Landeshymne erfreuten.
1924 zeigte erstmals der Turnverein Neschwil seine turnerischen Darbietungen mit schönen Freiübungen und Pyramiden. Manchmal wirkten auch folgende Vereine mit: Turnverein Weisslingen, Jodelchörli Rumlikon sowie Alphornbläser, Handörgeler und Dudelsackpfeifer. Infolge der Ferienzeit im Juli und August wurde es im Laufe der Zeit immer schwieriger, Mitwirkende für die Bundesfeier zu finden.
Durch die Pensionierung von Lehrer Franz Weber 1975 und die schwindende Zahl der Schulkinder der Schule Neschwil verstummten auch die alljährlich vorgetragenen Lieder an den Bundesfeiern. Mit Gesang von drei Liedern und der Landeshymne durch die Bevölkerung sowie einer Ansprache, blieb die Feier trotzdem weiterhin in bescheidenem Rahmen, auf dem Eggbühl bestehen. Danach wird die Feier zur Vereinfachung der Festwirtschaft auf dem Freihofplatz abgehalten.
Bundesfeier-Platz
Seit 1891 wurde auf dem Eggbühl auf der Wiese von Rudolf Schenkel (beim Schulhaus) das Bundesfeuer erstellt. Dabei beschwerte er sich 1917 bei der Zivilgemeinde Neschwil, dass er durch das Feuer zu Schaden komme und die Zivilgemeinde ihm etwas schuldig sei. Nach längerer Diskussion an der Zivilgemeinde-Versammlung wurde die Vorsteherschaft beauftragt, eine Entschädigung auszuzahlen oder das Land zu kaufen.
Alfred Zwald, als neuer Landbesitzer erhielt später 50 Franken. Durch die Güterzusammenlegung erreichte die Zivilgemeinde im Jahr 1970, für die Feier eine Zuteilung dieser Wiese mit angrenzendem Wald. Dadurch löste sich auch die Schadenersatzfrage, und der Bundesfeierplatz konnte für die Zukunft gesichert werden. Durch die Auflösung der Zivilgemeinde ging diese Parzelle in den Besitz der Politischen Gemeinde über. Diese Wiese wird einem Landwirt zur Bewirtschaftung ohne Pachtzins überlassen, jedoch mit der Bedingung jeweils die Asche vom Feuer abzuführen.

